Forsteinrichtung 2019-2028 – Wir planen die Zukunft des Waldes Impulse aus der Bürgerschaft willkommen!

Die 10-Jahresplanung für die Bewirtschaftung des Kommunalwaldes läuft Ende 2018 aus. Die Gemeinde Nußloch als Waldbesitzer ist bestrebt, die drei Bereiche der Nachhaltigkeit Schutz-, Nutz- u. Erholungsfunktion des Waldes in ein ausgewogenes Gleichgewicht zu bringen, damit der Wald noch über Generationen hinweg so vielseitig genutzt werden kann wie es heute der Fall ist. Um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu gewährleisten, wird im Abstand von zehn Jahren eine Inventur (Erfassung des Zustands von Bäumen und Waldflächen) sowie eine Kontrolle der umgesetzten Maßnahmen im ökologischen und wirtschaftlichen Bereich durchgeführt. Auf Grundlage der Inventur- und Vollzugsergebnisse entsteht eine neue Naturalplanung, die sogenannte Forsteinrichtung.

Das Ziel, den nachwachsenden Rohstoff Holz nachhaltig zu produzieren und umweltschonend im Sinne von Mensch und Natur zu nutzen, hat für die Verwaltung oberste Priorität. Aus diesem Grund möchte die Gemeinde Nußloch ihre Bürger und Nutzer des kommunalen Waldes frühzeitig in die periodische Betriebsplanung einbeziehen und mit ihnen gemeinsam die Waldbesitzerzielsetzung für die kommenden Jahre festlegen.

Folgende 3 Überbegriffe stehen hierbei im Fokus:

1.    Hiebssatz

a)    Der Hiebssatz soll weiterhin auf hohem Niveau bleiben.

Mit Ausnahme des aus Naturschutzgründen notwendigen Altholzes, wird alles hiebsreifes Holz genutzt. Dies führt zu deutlichen Veränderungen im Waldbild kann aber positiv zum Betriebsergebnis beitragen (vorausgesetzt es ist ausreichend Naturverjüngung vorhanden, so dass nur wenig kostenintensive Pflanzflächen entstehen).

b)      Mittelweg zwischen Schutz- Nutz und Erholungsfunktion.

Holz wird i. d. R. genutzt bevor es an Wert verliert (z.B Verkernung, Pilzbefall). Bei der Altholznutzung werden Altholzreste in Form von Inseln, Waldrändern u.ä. belassen und so das Waldbild weniger stark verändert.

c)    Möglichst wenig Veränderungen des Waldbilds mit der Folge von Holzentwertungen durch Rotkern und negativen Auswirkungen auf das Betriebsergebnis. Zudem gibt es bei dieser Variante sehr wenig Pflanzflächen was den Einfluss auf das Baumartenverhältnis einschränkt.

2.    Baumartenverhältnis

Erhalt der Baumartenvielfalt bzw. bestimmter Baumarten.

Bereits bei der Voreinrichtung im Jahr 2008 war der Nußlocher Wald eindeutig laubholzgeprägt (80 % Laubholz, 20% Nadelholz), die mit weitem Abstand wichtigste Baumart war die Buche (mit einem Anteil von 56%). Auch wenn aktuell noch keine Zahlen vorliegen, lässt sich jetzt schon sagen: In den letzten 10 Jahren hat sich der Anteil des Laubholzes, insbesondere der Buche weiter erhöht. Ohne Gegensteuern wird sich diese Entwicklung fortsetzen und die Mischbaumarten werden Anteile verlieren.

Warum sind Mischbaumarten wichtig?

  • Ein gemischter Wald ist ein stabiler Wald, da die Baumarten unterschiedlich anfällig für Insekten, Pilze und Witterungsextreme sind.
  • Die unterschiedlichen Baumarten haben unterschiedliche Holzeigenschaften und dementsprechend verschiedene Verwendungen. Nadelholz z.B ist das Ausgangsmaterial für Holzkonstruktionen wie z.B. Dachstühle.
  • Einzelne Baumarten (Eiche!) kommen deutlich besser mit dem prognostizierten Klimawandel zu Recht als andere.

3.    Ausweisung von Waldrefugien

Im Nußlocher Wald wird das sogenannte Alt- und Totholzkonzept seit mehreren Jahren umgesetzt. Es dient dazu auch im bewirtschafteten Wald ausreichend Lebensraum für solche Arten anzubieten, die auf sehr alte Bäume und Totholz angewiesen sind. Dafür wird ein Netz von Habitatbaumgruppen und größeren Stilllegungsflächen, den Waldrefugien, verteilt über den ganzen Wald ausgewiesen. Während die Habitatbaumgruppen beim Auszeichnen der Hiebe festgelegt werden erfolgt dies bei den Waldrefugien im Zuge der Forsteinrichtung.

Die Verwaltung möchte Sie hiermit zur aktiven Bürgerbeteiligung auffordern und bittet um Mitteilung Ihrer persönlichen Belange zum Thema Waldbewirtschaftung: Welcher der o.g. Punkte ist Ihnen am wichtigsten?

Auf den nachfolgenden Seiten können Sie sich einen Einblick über die 2008 festgelegten Waldbesitzerziele verschaffen.

Ihre Antworten bzw. Anregungen nehmen die Gemeinderats-Mitglieder des Arbeitskreises Forsteinrichtung Frau Veits (Bündnis90/Die Grünen), Herr Röser (CDU), Herr Dr. Neuweiler (FWV), Herr Molitor (SPD) und Herr Anweiler (FDP) sowie Frau Mäck im Rathaus, Zimmer 1.02, Tel. 06224/901-129, E-Mail: anna.maeck@nussloch.de bis zum 21.03.2018 entgegen.

Anlage:

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